Arbeitsplatzunsicherheit und die Bedeutung des Berufs. Braun, M. In Glatzer,Wolfgang & Noll,Heinz Herbert, editors, Lebensverhältnisse in Deutschland: Ungleichheit und Angleichung. Campus Verlag, Frankfurt/Main, 1992. (ALLBUS)
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Der Autor untersucht anhand der Daten der ALLBUS Baseline-Studie 1991 Ost-West-Unterschiede im Bereich der Wichtigkeit von Lebensbereichen, der Einstellungen zu Familie und Heirat, der Wichtigkeit von Arbeitsplatzmerkmalen und der Einstellungen zur Rolle der Frau. Im Osten scheinen insbesondere Beruf und Familie sowie Verwandtschaft als wichtiger betrachtet zu werden als im Westen. Mit der Religion verhält es sich genau umgekehrt. Hinsichtlich der übrigen erhobenen Wichtigkeitseinsschätzungen ergeben sich kaum Abweichungen. Während eine Familie im Osten für notwendiger gehalten wird als im Westen, ergeben sich für die Heirat keine solchen Unterschiede. Alle Berufswerte - mit Ausnahme der Freizeit - werden in den neuen Bundesländern stärker betont als in den alten. Dabei ist die Differenz allerdings bei den extrinsischen (materialistischen) Berufswerten am größten und bei den intrinsischen (in der Arbeit selbst liegenden) am geringsten. Der Autor interpretiert die höhere Bedeutung sowohl der Familie als auch des Berufes aus der Arbeitsplatzunsicherheit im Osten und nicht etwa als Folge traditionellerer Familienvorstellungen oder eines stärkeren Strebens nach Selbstverwirklichung durch den Beruf. Bei den Einstellungen zur Rolle der Frau gibt es nur in einigen Aspekten Ost-West-Unterschiede: So gehen die Befragten im Osten weit stärker als die im Westen davon aus, dass die Berufstätigkeit der Mutter der Familie und insbesondere den Kindern nicht schadet, sowie dass Ehemann und Ehefrau beide zum Haushaltseinkommen beitragen sollten. Bei den eher ideologischen Fragen zur Geschlechtsrolle (z.B. 'Für eine Frau ist es wichtiger, ihrem Mann bei seiner Karriere zu helfen, als selbst Karriere zu machen.') kommt es hingegen nur noch zu sehr geringen oder gar keinen Abweichungen zwischen Ost und West. Auch in diesem Bereich scheint also die derzeit herrschende ökonomische Krise im Osten Einstellungsunterschiede hervorzurufen, die in der Folge des Aufschwungs vermutlich wieder verschwinden werden
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