Textanalyse mit KI: Wie kommt sie in die Klassische Philologie?. Beyer, A. December, 2025.
Textanalyse mit KI: Wie kommt sie in die Klassische Philologie? [link]Paper  doi  abstract   bibtex   
Die systematische Textanalyse bildet die Grundlage für Übersetzung und Interpretation in der Klassischen Philologie. Angesichts der zunehmenden Bedeutung digitaler Methoden stellt sich die Frage, wie KI-basierte Textanalyse in Forschung, Lehre und Unterricht integriert werden kann und welche Kompetenzen dafür erforderlich sind. Dieser Beitrag untersucht die notwendigen methodischen und fachlich-technischen Voraussetzungen für den Einsatz von Natural Language Processing (NLP) und Large Language Models (LLM) in der Klassischen Philologie. Zentral ist dabei das Konzept der „Digital Literacies“, das hier nicht als generische, überfachliche Fähigkeit, sondern als fach- und fallspezifische Kompetenz modelliert wird. Es umfasst die Teilbereiche Digital Literacy, Data Literacy und AI Literacy. Anhand von drei Fallbeispielen – einem Forschungstandem zur vergleichenden Textanalyse mit Word Embeddings, einem Seminar zur Sentiment-Analyse der Plinius-Briefe und einem modellierten Unterrichtsszenario zur Reflexion von Chatbots am Beispiel von Sallust – werden die unterschiedlichen Kompetenzlevel und Anforderungen auf den Ebenen Forschung, Lehre und Unterricht veranschaulicht. Die Ergebnisse zeigen, dass der erfolgreiche Einsatz von KI-Tools eine solide Fachkompetenz sowie eine gefestigte allgemeine Methodenkompetenz voraussetzt. Digitale Kompetenzen müssen daher im fachlichen Kontext erworben und ausgebaut werden. Der Beitrag identifiziert ein „Henne-Ei-Dilemma“ in der deutschen Klassischen Philologie, in dem die Unterrepräsentanz quantitativer Methoden und digitaler Kompetenzen in Studienordnungen und der Fachcommunity die Weiterentwicklung hemmt. Als Lösungsansätze werden interdisziplinäre Kooperationen, Communities of Practice, kooperative Publikationen sowie forschungsorientierte Lehr-Lernformate vorgeschlagen, um die Klassische Philologie zukunftsfähig zu gestalten. Der Beitrag vertieft den Vortrag "Digitalgestützte Textanalyse in Forschung und Lehre", der auf der Tagung "(Digitale) Chancen für den Lateinunterricht" am 29.9.2023 in Freiburg gehalten wurde. Er wurde 2024 verfasst; die Printpublikation des Tagungsbandes steht aus.
@misc{beyer_textanalyse_2025,
	title = {Textanalyse mit {KI}: {Wie} kommt sie in die {Klassische} {Philologie}?},
	shorttitle = {Textanalyse mit {KI}},
	url = {https://zenodo.org/records/21551472},
	doi = {10.5281/zenodo.21551472},
	abstract = {Die systematische Textanalyse bildet die Grundlage für Übersetzung und Interpretation in der Klassischen Philologie. Angesichts der zunehmenden Bedeutung digitaler Methoden stellt sich die Frage, wie KI-basierte Textanalyse in Forschung, Lehre und Unterricht integriert werden kann und welche Kompetenzen dafür erforderlich sind. Dieser Beitrag untersucht die notwendigen methodischen und fachlich-technischen Voraussetzungen für den Einsatz von Natural Language Processing (NLP) und Large Language Models (LLM) in der Klassischen Philologie.

Zentral ist dabei das Konzept der „Digital Literacies“, das hier nicht als generische, überfachliche Fähigkeit, sondern als fach- und fallspezifische Kompetenz modelliert wird. Es umfasst die Teilbereiche Digital Literacy, Data Literacy und AI Literacy. Anhand von drei Fallbeispielen – einem Forschungstandem zur vergleichenden Textanalyse mit Word Embeddings, einem Seminar zur Sentiment-Analyse der Plinius-Briefe und einem modellierten Unterrichtsszenario zur Reflexion von Chatbots am Beispiel von Sallust – werden die unterschiedlichen Kompetenzlevel und Anforderungen auf den Ebenen Forschung, Lehre und Unterricht veranschaulicht.

Die Ergebnisse zeigen, dass der erfolgreiche Einsatz von KI-Tools eine solide Fachkompetenz sowie eine gefestigte allgemeine Methodenkompetenz voraussetzt. Digitale Kompetenzen müssen daher im fachlichen Kontext erworben und ausgebaut werden. Der Beitrag identifiziert ein „Henne-Ei-Dilemma“ in der deutschen Klassischen Philologie, in dem die Unterrepräsentanz quantitativer Methoden und digitaler Kompetenzen in Studienordnungen und der Fachcommunity die Weiterentwicklung hemmt. Als Lösungsansätze werden interdisziplinäre Kooperationen, Communities of Practice, kooperative Publikationen sowie forschungsorientierte Lehr-Lernformate vorgeschlagen, um die Klassische Philologie zukunftsfähig zu gestalten.

Der Beitrag vertieft den Vortrag "Digitalgestützte Textanalyse in Forschung und Lehre", der auf der Tagung "(Digitale) Chancen für den Lateinunterricht" am 29.9.2023 in Freiburg gehalten wurde. Er wurde 2024 verfasst; die Printpublikation des Tagungsbandes steht aus.},
	language = {deu},
	urldate = {2026-07-25},
	publisher = {Zenodo},
	author = {Beyer, Andrea},
	month = dec,
	year = {2025},
	keywords = {Digital Literacies, KI, Klassische Philologie, LLM, NLP},
}

Downloads: 0