Aspekte der Implementierung eines Betriebsmodells für Virtuelle Forschungsumgebungen. F. Dickmann, N. Fiedler, B. Fritzsch, F. Lohmeier, J. Ludwig, U., Sax, F. Schlünzen, O. Schmid, U. Schwiegelshohn, D. Skrowny, & F. Viezens Technical Report BMBF-Projekt WissGrid, 2011.
Paper abstract bibtex Virtuelle Forschungsumgebungen unterstützen die kollaborative Zusammenarbeit einer Community von Forschern in Form von technisch mit IT realisierten Plattformen und organisatorischen Rahmenelementen. Technischer Teil einer IT-Plattform sind u.a. fachspezifische Dienste einer Community, auf die ein transparenter Zugriff ermöglicht wird. Mit organisatorischen Rahmenelementen wird der eigentliche Betrieb einer Virtuellen Forschungsumgebung sichergestellt. Dazu zählt vor allem die strukturierte Wartung der fachspezifischen Dienste im Rahmen eines Lifecycle Managements. Darüber hinaus kann auch der Aspekt der Vertretung von Interessen der Nutzer aus einer Community eine wichtige Rolle spielen.
Auf Basis der beschriebenen generischen Aspekte eines Betriebsmodells für Virtuelle Forschungsumgebungen in Deliverable D1.4 werden bereits vorhandene und geplante Betriebsmodelle vergleichbarer Strukturen in der Wissenschaft untersucht. Der Fokus liegt dabei auf den Wissenschaftscommunities Astronomie, Biomedizin, Geisteswissenschaften, Hochenergiephysik und Klimaforschung. Flankiert wird die Untersuchung durch eine Umfrage unter fünf neuen Communities.
Das Ergebnis zeigt, dass mit dem etablierten Modell der TMF e.V. aus dem medizinischen Bereich sowie einem geplanten Modell aus den Geisteswissenschaften bereits Betriebsmodelle vorhanden sind. Beide Modelle erfüllen überwiegend die Anforderungen aus WissGrid sowie die aktuellen Empfehlungen des Wissenschaftsrats zu Informationsinfrastrukturen:
1. Die Diversität zwischen den einzelnen Wissenschaftsdisziplinen muss berücksichtigt werden.
2. Ein übergreifendes Lifecycle Managements zur funktionellen Koordination einzelner Dienste innerhalb der IT-Plattform ist für eine Virtuelle Forschungsumgebung notwendig.
3. Nachhaltige Strukturen benötigen eine Kombination aus Grundfinanzierung und Projektförderung.
4. Virtuelle Organisationen bieten eine mögliche organisatorische Basis für Virtuelle Forschungsumgebungen.
5. Die Wahl einer möglichen Rechtsform sollte sich an dem Zweck Virtueller Forschungsumgebungen orientieren. Der Zweck kann auf Geschäftstätigkeit oder Gemeinnützigkeit abzielen, was entsprechende Auswirkung auf die Rechtsform hat.
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