Update für die Hermeneutik. Geschichtswissenschaft auf dem Weg zur digitalen Forensik?. Fickers, A. ZZF – Centre for Contemporary History: Zeithistorische Forschungen, 1:157–168, 2020. 🏷️ /unread
Paper doi abstract bibtex »[…] wenn ›die Quelle‹ die Reliquie historischen Arbeitens ist – nicht nur Überbleibsel, sondern auch Objekt wissenschaftlicher Verehrung –, dann wäre analog ›das Archiv‹ die Kirche der Geschichtswissenschaft, in der die heiligen Handlungen des Suchens, Findens, Entdeckens und Erforschens vollzogen werden.« Achim Landwehr wirft in seinem geschichtstheoretischen Essay den Historikern ihren »Quellenglauben« vor – diese Kritik ließe sich im digitalen Zeitalter leicht auf die Heilsversprechen der Apostel der »Big Data Revolution« übertragen. Zwar regen sich mittlerweile vermehrt Stimmen, die den »Wahnwitz« der digitalen Utopie in Frage stellen, doch wird der öffentliche Diskurs weiterhin von jener Revolutionsrhetorik dominiert, die standardmäßig als Begleitmusik neuer Technologien ertönt. Statt in der intellektuell wenig fruchtbaren Dichotomie von Gegnern und Befürwortern, »First Movers« und Ignoranten zu verharren, welche die Landschaft der »Digital Humanities« ein wenig überspitzt auch heute noch kennzeichnet, ist das Ziel dieses Beitrages eine praxeologische Reflexion, die den Einfluss von digitalen Infrastrukturen, digitalen Werkzeugen und digitalen »Quellen« auf die Praxis historischen Arbeitens zeigen möchte. Ausgehend von der These, dass ebenjene digitalen Infrastrukturen, Werkzeuge und »Quellen« heute einen zentralen Einfluss darauf haben, wie wir Geschichte denken, erforschen und erzählen, plädiert der Beitrag für ein »Update« der klassischen Hermeneutik in der Geschichtswissenschaft. Die kritische Reflexion über die konstitutive Rolle des Digitalen in der Konstruktion und Vermittlung historischen Wissens ist nicht nur eine Frage epistemologischer Dringlichkeit, sondern zentraler Bestandteil der Selbstverständigung eines Faches, dessen Anspruch als Wissenschaft sich auf die Methoden der Quellenkritik gründet. 【摘要翻译】"[......]倘若'答案'是历史研究工作的唯一标准–它不仅是一个参照物,也是一个科学研究的目标–那么,'档案'就是历史研究的教科书,在其中,Suchens、Findens、Entdeckens 和 Erforschens 等人的神圣手稿将得到全面的体现"。阿希姆-兰德韦尔(Achim Landwehr)在他的史学理论文章中提到了历史学家们的 "疑问"–在数字化时代,这种批判与 "大数据革命 "使者的 "谬论 "有几分相似。然而,数字乌托邦的 "大数据革命 "论题仍然受到新革命修辞学的主导,新技术的标准乐章也受到新革命修辞学的主导。数字人文学科 "的领域至今仍有一点模糊不清,而本论文的主题则是对数字基础设施、数字工具和数字 "文献 "对历史工作实践的影响进行实践反思。这些数字基础设施、工具和 "资料 "如今对我们的历史研究、解释和诠释产生了至关重要的影响,因此,我们需要对历史学中的古典诠释学进行 "更新"。对数字在历史学知识的构建和诠释中的作用进行批判性反思,不仅是认识论上的一个难题,而且也是对历史学知识的自我反思的核心内容,因为它是对历史学知识的一种方法论的反思。
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【摘要翻译】"[......]倘若'答案'是历史研究工作的唯一标准--它不仅是一个参照物,也是一个科学研究的目标--那么,'档案'就是历史研究的教科书,在其中,Suchens、Findens、Entdeckens 和 Erforschens 等人的神圣手稿将得到全面的体现"。阿希姆-兰德韦尔(Achim Landwehr)在他的史学理论文章中提到了历史学家们的 "疑问"--在数字化时代,这种批判与 "大数据革命 "使者的 "谬论 "有几分相似。然而,数字乌托邦的 "大数据革命 "论题仍然受到新革命修辞学的主导,新技术的标准乐章也受到新革命修辞学的主导。数字人文学科 "的领域至今仍有一点模糊不清,而本论文的主题则是对数字基础设施、数字工具和数字 "文献 "对历史工作实践的影响进行实践反思。这些数字基础设施、工具和 "资料 "如今对我们的历史研究、解释和诠释产生了至关重要的影响,因此,我们需要对历史学中的古典诠释学进行 "更新"。对数字在历史学知识的构建和诠释中的作用进行批判性反思,不仅是认识论上的一个难题,而且也是对历史学知识的自我反思的核心内容,因为它是对历史学知识的一种方法论的反思。},
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