Behandlungserfolg auch bei höherer Schmerzchronifizierung? Eine Auswertung des Mainzer Stadienmodells auf Basis der QUAST ­ Analysestichprobe. Hüppe, M., Maier, C., Gockel, H., Zenz, M., & Frettlöh, J. Der Schmerz, 1:77–88, 2012.
doi  abstract   bibtex   
Fragestellung Vor mehr als 10 Jahren gab Gerbershagen eine pessimistische Prognose zum Behandlungserfolg von Patienten mit hoher Schmerzchronifizierung ab. Bis heute existieren nur wenige Untersuchungen mit zum Teil widersprüchlichen Befunden zu diesem im klinischen Alltag häufig vertreten Standpunkt. Ziel dieses Beitrags ist die Analyse der prognostischen Gültigkeit des Mainzer Stadienmodells der Schmerzchronifizierung (MPSS) an einer gro\textbackslashs sen multizentrischen Stichprobe. Es wurde geprüft, ob Behandlungseffekte bei Patienten mit höheren Chronifizierungsstadien niedriger ausfallen, und ob sich ein Behandlungserfolg in verschiedenen Outcome­Parametern unterschiedlich darstellt. Methodik Aus der QUAST­Analysestichprobe mit Daten aus 19 Einrichtungen konnten 1461 Patienten mit der Hauptschmerzdiagnose Kopfschmerz, neuropathischer Schmerz, Rückenschmerz oder Muskel­, Gelenk­ und Knochenschmerz berücksichtigt werden. Verglichen wurden Angaben aus dem Deutschen Schmerzfragebogen der Deutschen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes (DGSS), der von den Patienten zu Behandlungsbeginn ausgefüllt wurde, mit dem letzten verfügbaren Verlaufsfragebogen. Outcome­Ma\textbackslashs se waren Schmerzintensität, psychische Beeinträchtigungsma\textbackslashs se und die globale Beurteilung des Behandlungserfolges. Ergebnisse Patienten aller 3 MPSS­Stadien zeigten signifikante Verbesserungen in allen Outcome­Parametern des letzten Verlaufsfragebogens. Am deutlichsten gebessert hatte sich die Schmerzstärke, am geringsten das psychische Befinden. Patienten des MPSS­Stadiums III hatten gegenüber den Patienten des Stadiums I geringere Veränderungen in der durchschnittlichen Schmerzstärke, die Effektstärke lag aber auch hier über 0,80. Etwa 50% aller Patienten hatten eine Schmerzreduktion um mindestens 2 Einheiten auf der 11­stufigen numerischen Ratingskala (NRS). Ebenfalls 46,6% der Patienten des MPSS­Stadiums III erzielten diese Besserung. Die globale Beurteilung des Behandlungserfolges war unabhängig vom Chronifizierungsstadium, nahezu 45% der Patienten bewerteten den Behandlungserfolg als gut oder sehr gut. Schlussfolgerung Die Behandlung in spezialisierten schmerztherapeutischen Einrichtungen ist bzgl. der Patientenbeurteilung auch bei hohem Schmerzchronifizierungsstadium erfolgreich. Dabei darf jedoch der Behandlungserfolg nicht mit der Wirksamkeit der durchgeführten Interventionen verwechselt werden.
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	title = {Behandlungserfolg auch bei höherer {Schmerzchronifizierung}? {Eine} {Auswertung} des {Mainzer} {Stadienmodells} auf {Basis} der {QUAST} ­ {Analysestichprobe}},
	volume = {1},
	doi = {10.1007/s00482},
	abstract = {Fragestellung Vor mehr als 10 Jahren gab Gerbershagen eine pessimistische Prognose zum Behandlungserfolg von Patienten mit hoher Schmerzchronifizierung ab. Bis heute existieren nur wenige Untersuchungen mit zum Teil widersprüchlichen Befunden zu diesem im klinischen Alltag häufig vertreten Standpunkt. Ziel dieses Beitrags ist die Analyse der prognostischen Gültigkeit des Mainzer Stadienmodells der Schmerzchronifizierung (MPSS) an einer gro{\textbackslash}s sen multizentrischen Stichprobe. Es wurde geprüft, ob Behandlungseffekte bei Patienten mit höheren Chronifizierungsstadien niedriger ausfallen, und ob sich ein Behandlungserfolg in verschiedenen Outcome­Parametern unterschiedlich darstellt. Methodik Aus der QUAST­Analysestichprobe mit Daten aus 19 Einrichtungen konnten 1461 Patienten mit der Hauptschmerzdiagnose Kopfschmerz, neuropathischer Schmerz, Rückenschmerz oder Muskel­, Gelenk­ und Knochenschmerz berücksichtigt werden. Verglichen wurden Angaben aus dem Deutschen Schmerzfragebogen der Deutschen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes (DGSS), der von den Patienten zu Behandlungsbeginn ausgefüllt wurde, mit dem letzten verfügbaren Verlaufsfragebogen. Outcome­Ma{\textbackslash}s se waren Schmerzintensität, psychische Beeinträchtigungsma{\textbackslash}s se und die globale Beurteilung des Behandlungserfolges. Ergebnisse Patienten aller 3 MPSS­Stadien zeigten signifikante Verbesserungen in allen Outcome­Parametern des letzten Verlaufsfragebogens. Am deutlichsten gebessert hatte sich die Schmerzstärke, am geringsten das psychische Befinden. Patienten des MPSS­Stadiums III hatten gegenüber den Patienten des Stadiums I geringere Veränderungen in der durchschnittlichen Schmerzstärke, die Effektstärke lag aber auch hier über 0,80. Etwa 50\% aller Patienten hatten eine Schmerzreduktion um mindestens 2 Einheiten auf der 11­stufigen numerischen Ratingskala (NRS). Ebenfalls 46,6\% der Patienten des MPSS­Stadiums III erzielten diese Besserung. Die globale Beurteilung des Behandlungserfolges war unabhängig vom Chronifizierungsstadium, nahezu 45\% der Patienten bewerteten den Behandlungserfolg als gut oder sehr gut. Schlussfolgerung Die Behandlung in spezialisierten schmerztherapeutischen Einrichtungen ist bzgl. der Patientenbeurteilung auch bei hohem Schmerzchronifizierungsstadium erfolgreich. Dabei darf jedoch der Behandlungserfolg nicht mit der Wirksamkeit der durchgeführten Interventionen verwechselt werden.},
	journal = {Der Schmerz},
	author = {Hüppe, M. and Maier, C. and Gockel, H. and Zenz, M. and Frettlöh, J.},
	year = {2012},
	keywords = {Mainzer Stadienmodell der Schmerzchronifizierun, ­ Prognose, ­ Schmerz ­ Behandlungserfolg, ­ Validität der Ergebnisse},
	pages = {77--88},
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