Klasse statt Masse - Eine zukunftsfähige Wirtschaft braucht eine bessere Infrastruktur. Loske, R. GAIA - Ecological Perspectives for Science and Society, 5:71-85, oekom verlag, 1996. doi abstract bibtex Selten hat in der Bundesrepublik Deutschland ein wissenschaftliches Werk soviele öffentliche Diskussionen ausgelöst wie die Studie "Zukunftsfähiges Deutschland - Ein Beitrag zu einer global nachhaltigen Entwicklung". In der Anfang 1996 als Buch erschienenen Untersuchung des Wuppertallnstituts für Klima, Umwelt, Energie wird der Versuch unternommen, den sozialen, öko- nomischen und ökologischen Veränderungsbedarf während der kommenden fünfzig Jahre zu formulieren und Wege in Richtung Nachhaltigkeit aufzuzeigen. Ein solcher Versuch kommt naturgemäß nicht ohne Werturteile aus und kollidiert fast zwangsläufig mit diversen Interessen und anderen normativen Vorstellungen. Oft heftig waren denn auch die Reaktionen auf die Studie. Einerseits findet sich viel Lob. Da ist die Rede von der "grünen Bibel der Jahrtausendwende" (DERSPIEGEL), dem "qualitativ Gehaltvollsten und vielleicht politisch Wirksamsten, das die ökologische Bewegung bislang hervorgebracht hat" (Blick durch die Wirtschaft, Frankfurter Allgemeine Zeitung), oder einem Konzept, das "den Atem der Schaffbarkeit" ausstrahle (Bundesumweltministerin MerkeI). Gleichzeitig finden sich aber auch schroffe Kritik und Ablehnung, etwa der "linke" Vorwurf,eshandele sich um ein "Technokratenmärchen ohne Kapitalismuskritik" (Elmar Altvater in TAZ), oder der "rechte" Vorwurf, in diesem Werk werde der "Einstieg in die Planwirtschaft" gedanklich vorbereitet (Gerhard Voss vom Institut der Deutschen Wirtschaft in DIE ZEIT). Auch in der Wissenschaftsgemeinde fallen die Urteile sehr unterschiedlich aus. Die Großforschungseinrichtungen monieren, daß die Chancen der Technologie (besonders der Gen- und Informations- technologie) unterschätzt würden, und resümieren: "Es entsteht der Eindruck, daß Suffizienzaspekte gegenüber Effizienzaspekten bevorzugt werden" (TA- Datenbank-Nachrichten). Hingegen heißt esbeim Deutschen Institut für Wirt- schaftsforschung: "Die Studie ... stellt einen wertvollen Beitrag zu der Diskussion dar, wie Deutschlands Wirtschafts- und Lebensweise dauerhaft umweltgerecht werden kann" (Michael Kohlhaas in Blätter für deutsche und internationale Politik). - Im folgenden Beitrag werden nicht nochmals die Gesamtergebnisse des "Zukunftsfähigen Deutschlands" erörtert, vielmehr befaßt sich der Autor, der Leiter der Studiengruppe war, mit einem besonderen Teilaspekt der Nachhaltigkeitsdiskussion: der Frage nämlich, wie eine materielle Infrastruktur aussehen müßte, die den Anforderungen des ökologischen Strukturwandels genügt. Hierbei wird die konstruktive Kritik bereits berücksichtigt.
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