Le foyer de la maison paysanne (XIe-XVe s.). Pesez, J. Archéologie médiévale, 16(1):65–92, 1986. Publisher: Persée - Portail des revues scientifiques en SHS
Le foyer de la maison paysanne (XIe-XVe s.) [link]Paper  doi  abstract   bibtex   
Jean-Marie Pesez, Die Herdstelle im Bauernhaus (11.-15. Jh.) Die offene, ebenerdige Herdstelle, auf nacktem Boden oder auch mit Ton, Stein oder Kacheln ausgelegt, ist in den meisten Fällen ein charakteristisches Merkmal für das Bauernhaus im Spätmittelalter : seit der Prähistorie entwickelt sie sich kaum weiter. Die Stelle, die sie in Mitte der Behausung einnimmt, ist gewiß mit dem Haustyp in Beziehung zu setzen : niedrige Hauswànde und ein großes Strohdach ; handelt es sich um ein Steinhaus, so befindet sich die Herdstelle häufig am Fuß einer Mauer. Der Rauch wird wohl in im Dach befindliche Rauchabziige geleitet, und gewisse Indizien lassen hie und da auf das Vorhandensein eines Rauchfangs schließen. Indes, andere völkerkundliche Beispiele und auch die Bewohnung von Felsgrotten bezeugen, daß ein Rauchabzug durch die Turöffnung keieswegs auszuschließen ist. Der Kamin ist jedenfalls selten : ein Beispiel also, wie schwierig es fur die Landleute war, die bereits bekannten Techniken anderer Gesellschaftschichten zu übernehmen. Die Herdstelle ist im allgemeinen die einzige Feueranlage des Hauses, so daß eine größere Zahl von Herdstellen einen sozialen Status dokumentiert. Man darf indessen den Ofen nicht außer acht lassen, der für einen ganzen Kulturkreis charakteristisch ist ; das gleiche gilt für den Backofen und andere Einrichtungen zum Garen von Speisen, die entweder auf klimatische Zwänge, besondere Eßgewohnheiten, oder auch auf das Nichtvorhandensein grundherrschaftlicher Zwänge zurückzufuhren sind. Uber die Brennstoffe weiß man nur sehr wenig ; indes, die Verwendung von Steinkohle und Torf ist hin und wieder durch Schriftquellen oder durch archäologische Funde bezeugt. Den Inventarverzeichnissen zufolge war die Herdstelle in einem Bauernhaus ziemlich karg ausgestattet : der eiserne Dreifuß scheint das am häufigsten verwendete Gerät, dazu vielleicht noch der Kesselhaken. Eine eingehendere Beschäftigung mit Geschichte und Archäologie der Herdstelle würde es ermöglichen, sich liber die Etappen des technischen Fortschritts im Bauernhaus Klarheit zu verschaffen.
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	title = {Le foyer de la maison paysanne ({XIe}-{XVe} s.)},
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	journal = {Archéologie médiévale},
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